Warum es sich nicht verkaufen lässt
Ein bekanntes Werk wird sofort erkannt: Es ist in internationalen Datenbanken erfasst, jedes Auktionshaus hat ein Foto davon, und eine Käuferin, die den echten Preis zahlen will, wird unbedingt die Provenienz prüfen.
Die Vorstellung von einem Auftraggeber, der das gestohlene Werk in einem geheimen Raum aufhängt, ist reizvoll, wird aber nur selten bestätigt. Ermittlungen bringen fast immer etwas anderes ans Licht: gewöhnliche Kriminelle, die etwas gestohlen haben, das sie nicht loswerden können.
Sammler geben solche Diebstähle in Auftrag.
Bestätigte Fälle gibt es nur sehr wenige. Viel häufiger stehlen dieselben Menschen die Gemälde, die auch Lagerhäuser ausrauben, und stellen dann fest, dass sich die Beute nicht verkaufen lässt. Anschließend versuchen sie, sie irgendwo unterzubringen.
Wie sie genutzt werden
Die wichtigste Verwendung ist als Pfand. Ein gestohlenes Gemälde lässt sich nicht verkaufen, dient aber als Sicherheit bei Geschäften in der Unterwelt: Es ist kompakt, wiedererkennbar und sein Wert ist für beide Seiten klar, obwohl keine von ihnen es zu Geld machen kann.
Die zweite Möglichkeit sind Verhandlungen mit einer Versicherung oder einem Museum über Vermittler. Manchmal führt das zur Rückgabe, manchmal wird es zur Falle für die Diebe selbst, weil die Verhandlungen den Ermittlern einen Kontakt liefern.
Zur dritten Kachel noch ein Wort. Aus einem Bostoner Museum wurden damals mehr als ein Dutzend Werke gestohlen, der Fall ist bis heute ungeklärt, und die leeren Rahmen hängen noch an ihren ursprünglichen Plätzen - laut Testament der Gründerin darf die Ausstellung nicht verändert werden.
Der schlimmste Ausgang ist die Zerstörung. Gemälde wurden verbrannt, um Spuren zu beseitigen, versenkt oder in feuchten Kellern versteckt. Es gibt Fälle, in denen zurückgegebene Werke irreparabel beschädigt waren, weil sie zusammengerollt gelagert worden waren.
Zurückgegeben werden sie meist nicht durch gezielte Suche, sondern durch Zufall: bei einer Festnahme wegen einer anderen Straftat, bei einer Durchsuchung oder wenn Erben, die nichts von der Herkunft des Gegenstands wussten, ihn viele Jahre später zu verkaufen versuchen.
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Quellen
- Der Anteil zurückgegebener gestohlener Kunstwerke wird auf wenige Prozent geschätzt
- der Diebstahl aus einem Bostoner Museum im Jahr 1990 ist weiterhin ungeklärt, und gestohlene Werke werden in kriminellen Kreisen häufiger als Pfand verwendet, als dass sie verkauft werden