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Wie Frauen unter Männernamen kämpften

Miqo-Redaktion · 2 Quellen

Wie war das möglich

Die Untersuchung bei der Aufnahme beschränkte sich oft darauf, Zähne und Sehvermögen zu prüfen und festzustellen, ob jemand eine Waffe halten konnte. Ausziehen musste sich niemand, Lichtbildausweise gab es nicht, und Alter und Name wurden nach eigenen Angaben eingetragen.

Auch die Kleidung half. Die Uniformen waren weit geschnitten, alle trugen kurze Haare, man schlief angezogen und wusch sich selten und getrennt. Ein Jugendlicher mit hoher Stimme fiel niemandem auf: In den Reihen gab es viele davon.

  1. 1782In der amerikanischen Armee dient eine Frau unter einem Männernamen; sie entfernt sich selbst eine Kugel aus dem Bein, um nicht zum Arzt zu müssen.
  2. 1806In der russischen Kavallerie beginnt die Dienstzeit einer späteren Memoirenschreiberin, deren Geschichte später weithin bekannt wird.
  3. 1861-65Im amerikanischen Bürgerkrieg dienten nach dokumentierten Schätzungen Hunderte Frauen - auf beiden Seiten.
  4. SpäterAufgedeckt wurden sie meist nach einer Verwundung, bei einer Krankheit oder nach dem Tod - also bei der ersten gründlichen Untersuchung.

Die letzte Zeile erklärt auch die größte Lücke in der Statistik. Diejenigen, die dienten und zurückkehrten, zählte niemand: Von ihnen erfährt man nur aus Briefen, Pensionsakten und späteren Geständnissen.

Warum

Die Gründe waren selten romantisch. Der Sold lag über fast jedem Verdienst, den eine Frau damals erzielen konnte, und der Dienst bot Verpflegung, ein Dach über dem Kopf und die Möglichkeit, einen Ort zu verlassen, an dem sie überhaupt keine Wahl hatte.

Ein weiterer häufiger Grund war, einem nahestehenden Menschen zu folgen. Ehemänner, Verlobte und Brüder gingen für Jahre fort, und ihnen unter einem fremden Namen zu folgen, war oft verlässlicher, als auf Briefe zu warten.

Der Umgang mit ihnen nach der Entdeckung war unterschiedlich. Manche wurden still entlassen, manche vor Gericht gestellt, und einige erstritten eine Pension und die Anerkennung ihrer Verdienste - manchmal erst Jahrzehnte später und durch besondere Entscheidungen.

Außerdem sollte man festhalten, dass die Armeen davon wussten. Anordnungen zu Kontrollen wurden regelmäßig erlassen, was allein schon beweist: Das Phänomen kam häufig genug vor, um ernst genommen zu werden.

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Quellen

  1. Fälle von Frauen, die unter Männernamen Militärdienst leisteten, sind in europäischen und amerikanischen Armeen des 18. und 19. Jahrhunderts dokumentiert
  2. die Aufnahme wurde durch oberflächliche medizinische Untersuchungen erleichtert, und aufgedeckt wurden sie meist nach einer Verwundung oder Krankheit