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Wohin verschwand die Expedition im arktischen Eis

Miqo-Redaktion · 2 Quellen

Was sich rekonstruieren ließ

  1. 1845Zwei Schiffe mit Vorräten für mehrere Jahre fahren nach Norden und werden zuletzt von Walfängern gesichtet.
  2. 1847Eine an Land hinterlassene Nachricht berichtet, dass die Überwinterung gut verlaufen ist.
  3. 1848Eine Notiz auf demselben Blatt meldet: Die Schiffe wurden aufgegeben, der Kommandant ist gestorben, die Übrigen ziehen zu Fuß weiter.
  4. 2014-16Beide Schiffe werden mithilfe von Unterwasserfahrzeugen und Hinweisen von Einheimischen auf dem Meeresgrund entdeckt.

Die Notiz wurde nicht sofort gefunden: Man hatte sie in einer Steinpyramide am Ufer hinterlassen, und sie wurde erst elf Jahre nach der Abfahrt entdeckt. Auf einem Standardformular, das ausgefüllt und ins Meer geworfen werden sollte, standen zwei Einträge aus verschiedenen Jahren.

Alles in Ordnung.
Notiz der Expedition, Mai 1847

Dieser kurze Satz und die Randnotiz auf demselben Blatt ein Jahr später sind die wichtigsten Dokumente der gesamten Geschichte. Dazwischen geschah die Katastrophe: der Tod des Kommandanten, der Verlust von zwei Dutzend Menschen und die Entscheidung, zu Fuß über das Eis zu gehen.

Der weitere Verlauf ist durch Funde entlang der vermuteten Route bekannt: zurückgelassene Gegenstände, ein Boot auf Schlitten und menschliche Überreste. Es gab mehr als 20 Rettungsexpeditionen, und sie waren es, nicht die ursprüngliche Expedition, die diesen Teil der Arktis kartierten.

Was sie ins Verderben stürzte

Es gab nicht die eine Ursache, sondern mehrere Faktoren kamen zusammen. Ungewöhnlich schweres Eis hielt die Schiffe zwei Sommer hintereinander gefangen. Die Vorräte reichten nicht so lange wie geplant. Eine so lange Strecke war zuvor noch niemand zu Fuß über das Eis gegangen.

Auch eine Bleivergiftung wird diskutiert: In den Überresten wurden erhöhte Bleiwerte gefunden, die man mit dem Lötzinn der Konservendosen in Verbindung brachte. Spätere Arbeiten stellen das infrage: Auch bei gewöhnlichen Seeleuten jener Zeit waren die Bleiwerte hoch.

Eine weitere Spur sind die Berichte von Einheimischen, die die letzten Expeditionsteilnehmer gesehen hatten. Ihre Aussagen galten anderthalb Jahrhunderte lang als unglaubwürdig. Als man sie schließlich ernst nahm, führten sie die Suchenden zum Fundort der Schiffe.

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Quellen

  1. Die Expedition brach 1845 auf
  2. die Notiz vom Kap Victoria enthält zwei Einträge aus verschiedenen Jahren, von denen der zweite über die Aufgabe der Schiffe berichtet. Beide Schiffe wurden 2014 und 2016 gefunden, unter anderem aufgrund von Hinweisen der Inuit, deren Aussagen lange Zeit nicht berücksichtigt wurden