Was mit dem Material passiert
Biologische Spuren werden durch Wärme und Feuchtigkeit zersetzt. Eine Verpackung, die jahrelang in einem Keller ohne kontrollierte Bedingungen liegt, ist für eine Analyse möglicherweise nicht mehr geeignet, auch wenn sie äußerlich unversehrt aussieht. Vorschriften zur Lagerung wurden erst deutlich später eingeführt als die Aufbewahrungsorte selbst.
Der zweite Grund sind Verlagerungen und Aussonderungen. Archive werden zusammengelegt, Akten weitergegeben und einige Materialien nach Ablauf der festgelegten Aufbewahrungsfrist vernichtet. Wenn 20 Jahre später eine neue Analysemethode auftaucht, gibt es möglicherweise nichts mehr, worauf sie angewendet werden kann.
Der dritte Grund ist die Arbeit am Material selbst. Jede Untersuchung verbraucht einen Teil der Probe, und ältere Methoden benötigten mehr davon. Manchmal ist von einem Beweismittel nur noch ein Gutachten aus dem vergangenen Jahrhundert übrig.
Was sich verändert hat
Das Aufkommen empfindlicherer Methoden machte eine Überarbeitung der Regeln nötig. Beweismittel werden jetzt länger und unter kontrollierten Bedingungen aufbewahrt, und der Umgang mit ihnen ist strenger geregelt: Jeder Zugriff wird protokolliert, und das Öffnen der Verpackung wird dokumentiert.
- Materialien unter kontrollierten Bedingungen und nicht in Kellern lagern
- Jeden Umgang mit dem Beweismittel protokollieren: wer, wann, warum
- Einen Teil der Probe für künftige Methoden unberührt lassen
- Materialien aus schweren Fällen nach Ablauf der Frist automatisch vernichten
- Eine alte Probe untersuchen, ohne eine mögliche Verunreinigung zu berücksichtigen
- Ein Gutachten aus dem vergangenen Jahrhundert mit der Probe selbst gleichsetzen
Der dritte Punkt auf der linken Seite wurde gerade wegen der neuen Methoden zum Standard. Expertinnen und Experten verbrauchen heute bewusst nicht das gesamte Material: Was heute nicht analysiert werden kann, könnte in 20 Jahren entscheidend sein.
Der zweite Punkt auf der rechten Seite erklärt einen Teil der Misserfolge bei erneuten Untersuchungen. Proben, die in ungeschützten Arbeitsräumen immer wieder geöffnet wurden, enthalten Spuren anderer Menschen, und manchmal lässt sich nicht mehr feststellen, von wem sie stammen.
Es gibt auch die umgekehrte Schwierigkeit: die Menge. Das jahrzehntelange Aufbewahren sämtlicher Materialien aus allen Fällen erfordert Platz und Geld. Deshalb muss im Voraus entschieden werden, was erhalten bleibt, ohne zu wissen, welcher Fall erneut untersucht werden wird.
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Quellen
- Ob sich Beweismittel für eine erneute Untersuchung eignen, hängt von den Lagerbedingungen und Aufbewahrungsfristen ab
- moderne Vorschriften sehen eine kontrollierte Lagerung, die Dokumentation jedes Zugriffs und die Aufbewahrung eines Teils der Probe für künftige Analysemethoden vor