Was Fallüberprüfungen zeigen
Die erste Kachel überrascht am meisten. Es scheint unmöglich, etwas zu gestehen, das man nicht getan hat, doch die Daten aus überprüften Fällen zeigen das Gegenteil. Das ist das beständigste Ergebnis in diesem Bereich.
Die dritte Kachel zeigt, wer besonders gefährdet ist. Jugendliche und Menschen mit Entwicklungsbeeinträchtigungen gestehen häufiger: Es fällt ihnen schwerer, die Folgen in der ferneren Zukunft einzuschätzen, und sie glauben eher, dass ein Geständnis das Geschehen sofort beendet.
Wie es dazu kommt
Das typische Muster ist ein langes Verhör, bei dem die Schuld der Person selbstsicher behauptet wird. Die Ermittlerin oder der Ermittler sagt, die Beweise lägen vor und es gebe keinen Zweifel, während ein Geständnis als Möglichkeit dargestellt wird, die eigene Lage zu verbessern. Leugnen wird als sinnlos abgetan.
Nach mehreren Stunden steht ein Mensch vor der Wahl: eine unerträgliche Situation fortzusetzen oder sie sofort zu beenden. Bei Erschöpfung lassen sich langfristige Folgen nur schwer einschätzen, und manche Menschen entscheiden sich für das Ende.
Ein besonderer Fall liegt vor, wenn jemand beginnt, an der eigenen Erinnerung zu zweifeln. Unter dem Druck selbstsicherer Behauptungen hält die Person es für möglich, die Tat begangen und vergessen zu haben. Solche Geständnisse sind besonders detailliert und überzeugend.
- Das Geständnis ist vollständig aufgezeichnet, nicht nur die abschließende Zustimmung.
- Die Details stammen von der befragten Person und wurden nicht durch Fragen vorgegeben.
- Es enthält Details, die die Ermittlerin oder der Ermittler nicht kannte und später bestätigt wurden.
- Dauer des Verhörs und Zustand der Person sind dokumentiert.
- Bei der Befragung einer minderjährigen Person war eine erwachsene Vertrauensperson anwesend.
Der zweite und dritte Punkt sind der wichtigste Weg, ein echtes Geständnis von einem unter Druck erlangten zu unterscheiden. Wenn alle Details bereits in den Fragen vorkamen, liefert das Geständnis keine neuen Erkenntnisse, sondern wiederholt nur die Version der Ermittlerin oder des Ermittlers.
Deshalb ist in vielen Ländern vorgeschrieben, das gesamte Verhör auf Video aufzuzeichnen. So lässt sich erkennen, woher die Details stammen, und das hat sich als wirksamer erwiesen als Verbote bestimmter Methoden.
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Quellen
- In Fällen, die nach einer genetischen Untersuchung überprüft wurden, kamen falsche Geständnisse in etwa einem Viertel der Fälle vor. Das Risiko ist bei Minderjährigen und Menschen mit Entwicklungsbeeinträchtigungen höher, und eine vollständige Videoaufzeichnung von Verhören gilt als wichtigste Schutzmaßnahme