Wie es dazu kam
- 1780er-JahreDie Gesellschaft zur Abschaffung des Sklavenhandels sammelt Zeugenaussagen, veröffentlicht Pamphlete und organisiert einen Zuckerboykott.
- 1807Großbritannien verbietet den Sklavenhandel, doch in seinen Kolonien bleibt die Sklaverei bestehen.
- 1808-60Eine Flotte vor der afrikanischen Küste hält Schiffe an; Hunderttausende Menschen werden befreit.
- 1888Brasilien schafft als letztes Land der westlichen Hemisphäre die Sklaverei ab.
Der erste Schritt ist wichtiger, als es scheint. Die Kampagne war die erste ihrer Art: Massenpetitionen, Anstecker, Broschüren und öffentliche Auftritte befreiter Menschen. Viele Methoden sozialer Bewegungen entstanden genau damals.
Der Zuckerboykott war eine besondere Idee. Wer keine Waren kaufte, die mit der Arbeit versklavter Menschen hergestellt worden waren, konnte sich beteiligen, auch ohne wählen zu dürfen: vor allem Frauen, die in der Kampagne sehr zahlreich waren.
Wessen Stimmen zählten
Die Zeugnisse der Menschen, die das selbst erlebt hatten, spielten eine entscheidende Rolle. Das Buch eines ehemaligen Sklaven, der die Überfahrt über den Atlantik aus eigener Erfahrung beschrieb, wurde in riesigen Auflagen verkauft und machte aus einer abstrakten Frage eine konkrete menschliche Erfahrung.
Nicht weniger wichtig waren die Aufstände auf den Inseln. Sie machten das System für die Besitzer kostspielig und gefährlich, und in den Parlamentsdebatten wurde dieses Argument genauso häufig wie das moralische genannt: Menschen in Sklaverei zu halten, wurde teurer, als sie freizulassen.
Überzeugungen allein reichten nicht. Die Abschaffung wurde möglich, als moralischer Druck auf wirtschaftlichen Druck und den Widerstand der Versklavten selbst traf.
Damit war es nicht vorbei
Das Verbot brachte Umgehungswege hervor: Schiffe fuhren unter fremder Flagge, und abgefangene Fracht wurde manchmal über Bord geworfen. Die Routen ließen sich jahrzehntelang nicht vollständig blockieren, und der Handel über den Atlantik ging allmählich zurück.
Die Abschaffung der Sklaverei bedeutete keine Gleichheit: Fast überall folgten Formen von Zwangsarbeit und Schuldabhängigkeit. Das solltest du im Gedächtnis behalten, damit du Geschichte nicht in eine Erzählung mit einem eindeutigen Ende verwandelst.
Auch der Preis der Durchsetzung ist wichtig. Patrouillen waren teuer und forderten Verluste unter den Besatzungen, während abgefangene Schiffe vor Prisengerichte kamen, wo über das Schicksal des Schiffs und der Menschen an Bord entschieden wurde.
Umstritten ist auch die Frage nach den Motiven. Einige Historiker betonen die Stärke der öffentlichen Kampagne, andere den Vorteil für ein Land, das bereits zu einer anderen Wirtschaftsform übergegangen war. Wahrscheinlich wirkten beide Faktoren gleichzeitig.
Wie verlief das Ende des Sklavenhandels?
Was spielte neben moralischen Argumenten eine Rolle?
Quellen
- Das britische Gesetz zum Verbot des Sklavenhandels wurde 1807 verabschiedet, die Sklaverei in den Kolonien 1833 abgeschafft
- die Patrouillen vor der westafrikanischen Küste dauerten mehrere Jahrzehnte an, und Brasilien schaffte die Sklaverei 1888 als letztes Land der westlichen Hemisphäre ab
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