Was ist ein Trickster?
Figuren dieses Typs gibt es bei ganz unterschiedlichen Völkern: Schlaumeier, Betrüger und Regelbrecher. Ein Trickster kämpft nicht gegen die Götter, sondern geht ihnen mit seinen Streichen in die Quere und verändert dadurch die Verhältnisse. Durch ihn kommen neue Gegenstände und neue Regeln in die Welt.
Ein solcher Held funktioniert wie ein Motor. Solange alles in Ordnung ist, gibt es nichts zu erzählen: Geschichten beginnen mit einer Störung. Deshalb braucht jede Mythologie einen Trickster, und ihn nach Gut und Böse zu beurteilen ist genauso sinnlos, wie eine überraschende Wendung der Handlung zu bewerten.
- Mauer und PferdAuf seinen Rat hin stimmen die Götter einem ungünstigen Vertrag zu. Er windet sich heraus, indem er das Pferd des Baumeisters ablenkt, und der Vertrag platzt.
- Schätze der GötterDurch seinen Streich stehen die Götter ohne das Haar der Göttin da, erhalten am Ende aber einen Hammer, einen Speer und ein Schiff. Ein Problem wird zum Gewinn.
- Der gestohlene ApfelEr liefert die Göttin mit den verjüngenden Früchten aus, holt sie dann aber selbst zurück, weil ohne sie alle sterben, auch er.
Beachte das Muster: Jede Geschichte beginnt mit seiner Schuld und endet mit seiner eigenen Lösung. Die Götter drohen ihm regelmäßig mit dem Tod und lassen ihn jedes Mal am Leben, weil sie ohne ihn aus dem nächsten Schlamassel nicht herauskommen.
Loki ist ein skandinavischer Teufel, der ursprüngliche Feind der Götter.
In den meisten Geschichten ist er ein Begleiter und Komplize, kein Gegner. Die scharfe Gegenüberstellung von Gut und Böse kam erst später auf, zusammen mit der christlichen Sichtweise derjenigen, die diese Mythen aufzeichneten.
Wie er schließlich doch zum Feind wird
Der Wendepunkt kommt in der Geschichte vom Tod des hellen Gottes: Dort ist Loki der Schuldige, ohne den anderen irgendeinen Nutzen zu bringen. Danach wird er gefesselt, und am Ende der Zeiten stellt er sich auf die Seite der Mächte, die die Welt zerstören.
Man sollte sich daran erinnern, woher wir das alles wissen. Die Mythen wurden zwei oder drei Jahrhunderte nach der Christianisierung von Menschen aufgezeichnet, für die die Gegenüberstellung von Gut und Böse vertraut war. Wie stark dieser Rahmen die ursprünglichen Geschichten verändert hat, lässt sich schwer beurteilen.
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Quellen
- Die wichtigsten Quellen zur nordischen Mythologie sind die Ältere und die Jüngere Edda, die im 13. Jahrhundert aufgezeichnet wurden, mehr als zwei Jahrhunderte nach der Christianisierung Islands