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Was ein Täterprofil wirklich aussagt

Miqo-Redaktion · 2 Quellen

Was untersucht wurde

Die Idee hinter dem Täterprofil ist einfach: Anhand der Spuren eines Verbrechens sollen wahrscheinliche Merkmale der Person beschrieben werden, die es begangen hat. Die Methode entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wurde durch Bücher und Filme schnell bekannt, überprüft wurde sie jedoch erst später.

In Studien erhielten Fachleute und Laien dasselbe Material, anschließend verglich man die Genauigkeit ihrer Beschreibungen. Bei den Fachleuten zeigte sich zwar ein Vorteil, aber nur ein kleiner und nicht in allen Studien. Der Unterschied war deutlich geringer als erwartet.

Klassisches psychologisches Täterprofil: nur schwach belegt

Das zweite Problem liegt in den Formulierungen. Viele Beschreibungen enthalten Aussagen, die auf fast alle Menschen zutreffen: zurückgezogen, hatte Schwierigkeiten in Beziehungen, lebt wahrscheinlich allein. Eine solche Beschreibung wirkt im Nachhinein treffend, wenn die Person bereits gefunden wurde.

Was trotzdem funktioniert

Persönlichkeitsprofil

Vermutungen über Charakter und Biografie, schlecht überprüfbar und leicht auf viele Menschen übertragbar

Datenanalyse

Geografie der Taten und Verknüpfung von Fällen, statistisch überprüfbar

Der geografische Ansatz beruht auf einem Muster: Menschen handeln in vertrauter Umgebung, normalerweise aber nicht direkt in der Nähe ihres Zuhauses. Anhand der Tatorte lässt sich das wahrscheinliche Wohngebiet eingrenzen, und solche Berechnungen können an früheren Fällen überprüft werden.

Das zweite hilfreiche Instrument ist die Fallverknüpfung. Sie beantwortet nicht die Frage „Was für ein Mensch hat das getan?“, sondern: „Wurden diese Taten von derselben Person begangen?“ Es geht dabei um übereinstimmende Merkmale, nicht um den Charakter, und das lässt sich überprüfen.

Das Täterprofil hat auch eine Kehrseite. Eine allzu selbstsichere Beschreibung verengt die Suche, und Spuren, die nicht dazu passen, werden verworfen. Es sind Fälle bekannt, in denen dies die Ermittlungen monatelang in die falsche Richtung lenkte.

Auch die Rolle des Kinos sollte man davon trennen. Das Bild eines Spezialisten, der anhand eines einzigen Details den Beruf und Familienstand eines Täters nennt, stammt aus Filmen und Büchern, nicht aus Berichten. Die Erwartungen an die Methode entstanden, bevor sie überprüft wurde.

Die Profiler selbst sind übrigens meist vorsichtiger, als ihr Ruf vermuten lässt. In ihren Beschreibungen finden sich häufiger Wahrscheinlichkeiten und Einschränkungen, während die Gewissheit erst beim Weitererzählen hinzukommt.

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Quellen

  1. Forschungsübersichten stellen bei Profilern nur einen kleinen Vorteil gegenüber Vergleichsgruppen fest
  2. geografische Methoden und die Fallverknüpfung werden anhand von Sammlungen aufgeklärter Fälle überprüft