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Wie die Welt für die Wikinger aussah

Miqo-Redaktion · 2 Quellen

Der Aufbau der Welt

  1. Ein Baum im Zentrum. Eine Esche, die alle Welten verbindet. Ihre Wurzeln reichen bis zu den Quellen, ihre Äste tragen den Himmel.

  2. Das Land der Menschen. Die bewohnte Mitte, umgeben vom Meer. Ein Zaun aus den Überresten des ersten Riesen hält Eindringlinge von außen fern.

  3. Die Länder der anderen. Die Welt der Götter oben, die Welt der Riesen jenseits des Zauns, die Welt der Toten unten. Eine Brücke, die man als Regenbogen sieht, verbindet sie.

  4. Eine Schlange im Meer. Um das bewohnte Land liegt eine Schlange, die ihren eigenen Schwanz beißt. Wenn sie den Schwanz loslässt, beginnt das Ende der Welt.

Der zweite Punkt erklärt den Ausdruck „mittlere Welt“. Die Menschen leben weder oben noch unten, sondern dazwischen - in einem umgrenzten Gebiet, hinter dessen Grenze das Fremde und Gefährliche beginnt.

Dieser Aufbau passt gut zur Erfahrung der Menschen, die an der Küste lebten. Vertrautes Land, dahinter Wasser ohne Ende, dahinter das Unbekannte - die Karte des Mythos wiederholt die Karte einer echten Seefahrt.

Woher wir das wissen

Die wichtigste Quelle sind die Aufzeichnungen eines isländischen Autors aus dem 13. Jahrhundert, die 200 Jahre nach der Christianisierung entstanden. Er sammelte und ordnete alte Lieder, und es ist gut möglich, dass die klare Ordnung aus neun Welten seine eigene Zusammenstellung war und kein allgemeiner Glaube.

Frühere Zeugnisse - einzelne Lieder, Inschriften auf Steinen und archäologische Funde - ergeben ein vielfältigeres Bild. Die Namen und Rollen unterscheiden sich, und ein einheitliches System ist überhaupt nicht zu erkennen.

Das ist ein typisches Problem mündlicher Überlieferungen. Aufgeschrieben werden sie immer erst später von jemandem mit einer eigenen Absicht, und meist lässt sich nicht mehr trennen, was ursprünglich war und welche Ordnung erst beim Aufschreiben entstanden ist.

Auch bei modernen Nacherzählungen ist Vorsicht angebracht. Vieles von dem, was heute als alt gilt, wurde im 19. Jahrhundert hinzugefügt oder stammt aus Büchern und Filmen der letzten Jahrzehnte.

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Quellen

  1. Die wichtigsten Informationen über das nordische Weltbild stammen aus isländischen Texten des 13. Jahrhunderts, die etwa zwei Jahrhunderte nach der Christianisierung aufgezeichnet wurden
  2. frühere Quellen bieten ein weniger systematisiertes Bild, wodurch es schwierig ist, ursprüngliche Vorstellungen von späterer Systematisierung zu trennen