DE
App ladenApp laden

Wie eine Lüge unter Eid einen Fall zerstört

Miqo-Redaktion · 2 Quellen

Warum alles zerfällt und nicht nur ein Punkt

Ein Gericht kann nicht jedes Wort einzeln überprüfen. Es beurteilt, ob man einer Person vertrauen kann, und macht das davon abhängig, ob man sie bei einer Unwahrheit ertappt hat. Daher die alte Regel: Wer in einem Punkt lügt, lässt an allem anderen zweifeln.

Für die Verteidigung ist das ein wirksames Mittel. Eine einzige Abweichung reicht, selbst bei einer Kleinigkeit und selbst wenn sie sich durch Nervosität erklären lässt, und der Zweifel breitet sich auf die gesamte Aussage aus. Eine Zeugin, die bei etwas Unwichtigem lügt, bringt meist auch den Teil zu Fall, in dem sie die Wahrheit gesagt hat.

Eine Lüge über eine Kleinigkeit kostet mehr als die Kleinigkeit selbst: Sie entwertet alles, was die Person richtig gesagt hat.

Der zweite Verlust ist Zeit

Die Ermittlungen folgen einer Hypothese. Eine falsche Aussage führt auf eine falsche Spur, und dafür werden Menschen, Anfragen und Wochen an Arbeit eingesetzt. Während die Ermittler die Falschen überprüfen, verblassen echte Spuren: Kameraaufnahmen werden überschrieben, Zeugen vergessen Details, Dinge verschwinden.

Genau deshalb ist der Schaden durch eine Lüge nicht derselbe wie der Schaden durch Schweigen. Schweigen lässt den Fall stehen, wo er ist, während eine Lüge ihn in die falsche Richtung führt, und der Rückweg kostet weit mehr als der nicht gegangene Weg.

Wie das für Unschuldige endet

Die schwerwiegendste Folge ist die Verurteilung eines unschuldigen Menschen. In umfassenden Untersuchungen von Fällen, in denen Urteile später aufgrund genetischer Untersuchungen aufgehoben wurden, gehörten falsche Aussagen und falsche Beschuldigungen zu den häufigsten Fehlerursachen.

In etwa so vielen von zehn aufgehobenen Urteilen gab es eine falsche Beschuldigung oder eine falsche Aussage

Die Motive hinter solchen Aussagen sind meist ganz gewöhnlich: Angst, ein Deal mit der Staatsanwaltschaft oder der Wunsch, den Verdacht von sich selbst oder einer nahestehenden Person abzulenken. Oft fehlt jede Absicht, einem bestimmten Menschen zu schaden, am Ergebnis ändert das nichts.

Es gibt auch eine andere Seite, über die seltener gesprochen wird. Für ein Gericht sieht der Irrtum einer gutgläubigen Zeugin genauso aus wie eine Lüge: Sie beschreibt selbstsicher etwas, das nicht passiert ist, weil ihr Gedächtnis das Detail ergänzt hat. Ohne äußere Beweise ist es fast unmöglich, beides voneinander zu unterscheiden.

Lies den Rest in der Miqo-App

Noch 1 Minute, und am Ende ein Quiz. Zu finden unter „Kriminalität → Falschaussage unter Eid“

QR-Code zum Herunterladen der Miqo-App

Richte die Handykamera hierauf, um den App Store oder Google Play zu öffnen.

Quellen

  1. Der Anteil der Fälle mit falschen Beschuldigungen und falschen Aussagen unter den Urteilen, die nach DNA-Untersuchungen aufgehoben wurden, wird in Berichten von Organisationen genannt, die solche Fälle überprüfen
  2. die Schätzungen unterscheiden sich je nach Stichprobe