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Wie verlorene Kinder nach dem Krieg gefunden wurden

Miqo-Redaktion · 1 Quelle

Das Ausmaß der Aufgabe

Gegen Ende des Krieges waren Millionen Menschen in Europa unterwegs: zur Zwangsarbeit Verschleppte, Geflüchtete und aus Lagern Befreite. Kinder gingen in diesem Strom ständig verloren: bei Bombenangriffen, bei Evakuierungen und durch die Trennung von Familien. Viele kamen in Heime fremder Länder.

Mit der Suche befassten sich eigens gegründete Gruppen bei internationalen Organisationen. Sie fuhren Heime und Dörfer ab, erstellten Listen, glichen sie mit den Meldungen von Angehörigen ab und führten eine riesige Kartei, in der für jede Person eine Karte angelegt wurde.

  1. Meldungen sammeln. Angehörige übermittelten Angaben zu Vermissten: Name, Alter und den Ort, an dem sie zuletzt gesehen worden waren.

  2. Heime aufsuchen. Mitarbeitende erfassten alle Kinder ohne Dokumente und hielten ihr Aussehen sowie die Umstände ihres Auftauchens fest.

  3. Merkmale abgleichen. Nach Übereinstimmungen bei Daten, Narben, besonderen Merkmalen und Bruchstücken von Informationen über die Eltern wurde gesucht.

  4. Prüfen und zurückführen. Eine Übereinstimmung wurde durch zusätzliche Prüfungen bestätigt, erst dann begann die Rückführung.

Die Karteien wurden riesig: Millionen Karten waren nach Lautfolge geordnet, damit sich Menschen trotz unterschiedlicher Schreibweisen ihrer Namen finden ließen. Einige dieser Archive arbeiten bis heute und nehmen Anfragen von Nachkommen entgegen.

Kinder, die sich nicht an ihren Namen erinnerten

Der schwierigste Teil der Arbeit betraf Kleinkinder. Ein zwei- oder dreijähriges Kind kennt weder seinen Familiennamen noch seine Stadt. Wurde es noch früher weggebracht, erinnert es sich womöglich auch nicht an die Sprache. Identifiziert wurden die Kinder anhand von Kleinigkeiten: einer Stickerei auf der Kleidung, einem Lied, das sie sangen, oder einem Wort, das sie mit einer bestimmten Aussprache sagten.

Manchmal war ein Zeichen auf dem Hemd eines Kindes oder eine Melodie, an die es sich erinnerte, der einzige Hinweis auf seine Identität.

Einige Kinder wurden nie gefunden, andere erst Jahrzehnte später. Es sind Fälle bekannt, in denen Menschen erst im hohen Alter durch eine von ihren eigenen Enkeln gestellte Anfrage an ein Archiv von ihrer Herkunft erfuhren.

Aus diesen Erfahrungen entstanden Regeln, die bis heute gelten. Ein getrenntes Kind wird sofort registriert, alle bekannten Informationen über das Kind werden festgehalten, und mit einer Adoption wird gewartet, bis die Suche abgeschlossen ist. Gerade übereilte Entscheidungen erwiesen sich damals als am schwierigsten rückgängig zu machen.

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Wie fand man ein Kind, wenn es sich nicht an seinen Namen erinnerte?

Quellen

  1. Mit der Suche befassten sich Dienste bei der UNRRA und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz. Das größte Archiv zu Vertriebenen, das in Bad Arolsen zusammengetragen wurde, enthält Millionen Karten und bearbeitet bis heute Anfragen

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