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Warum der Mond uns immer dieselbe Seite zeigt

Miqo-Redaktion · 3 Quellen

Der Mond dreht sich - im Takt mit seiner Umlaufbahn

Es wirkt, als würde sich der Mond überhaupt nicht drehen: jede Nacht dieselben dunklen Flecken, dasselbe Muster. Tatsächlich vollführt er in etwa 27,3 Tagen eine Umdrehung um die eigene Achse - genauso lange dauert sein Umlauf um die Erde. Du kannst es leicht überprüfen: Geh um einen Tisch herum, ohne den Blick von einer Tasse in der Mitte abzuwenden. Von der Seite sieht man, dass du dich einmal um dich selbst gedreht hast, obwohl du der Tasse die ganze Zeit zugewandt warst.

Diese Übereinstimmung ist kein Zufall, sondern physikalisch bedingt. Die Erde zieht die erdnahe Hälfte des Mondes stärker an als die erdabgewandte, und der Mond ist entlang dieser Linie leicht länglich verformt - er hat eine dauerhafte "Ausbuchtung". Als sich der Mond noch schneller drehte, bewegte sich die Ausbuchtung nach vorn, und die Erdanziehung zog sie zurück. Diese Bremse wirkte sehr lange, bis die Rotation mit dem Umlauf übereinstimmte. Danach gab es nichts mehr abzubremsen: Die Ausbuchtung zeigt direkt zur Erde.

Diese Bindung ist allerdings nicht perfekt. Die Umlaufbahn ist nicht kreisförmig, deshalb bewegt sich der Mond auf ihr mal schneller, mal langsamer, während er sich gleichmäßig um die eigene Achse dreht. Außerdem ist seine Achse leicht geneigt. Zusammen lässt das den Mond taumeln: ungefähr um acht Grad nach rechts und links und ein wenig nach oben und unten. Monat für Monat tauchen am Rand der Scheibe andere Krater auf.

der Mondoberfläche ist von der Erde aus insgesamt sichtbar

Die Rückseite ist nicht dunkel, sondern einfach anders

"Dunkle Seite" ist eine unpassende Bezeichnung: Dort gibt es genauso viel Sonnenlicht, außerdem zweiwöchige Tage und Nächte. Dunkel war sie nur für uns. Die ersten Aufnahmen schickte die Raumsonde Luna 3 im Jahr 1959, und das Bild überraschte: keine großen dunklen "Meere" - eine helle Kruste, übersät mit Kratern. Die Meere bedecken etwa ein Drittel der sichtbaren Scheibe und nur ein paar Prozent der Rückseite.

31%Sichtbare Seite
2%Rückseite

Der Unterschied ist real, aber die Erklärung noch vorläufig: Die Kruste der Rückseite ist deutlich dicker, deshalb konnte sich die uralte Lava schwerer einen Weg nach außen bahnen und die Tiefebenen überfluten. Warum sie dicker ist, wird bis heute diskutiert.

Bei der Bindung selbst ist dagegen alles klar: Im Sonnensystem ist sie ganz gewöhnlich. Pluto und Charon sind einander zugewandt, die großen Jupitermonde dem Jupiter.

✓ MACH
  • Vergleiche Vollmondfotos aus verschiedenen Monaten: Am Rand der Scheibe verschiebt sich das Kratermuster leicht
  • Such dir einen Krater direkt am Rand aus: In manchen Monaten ist er sichtbar, in anderen verschwindet er hinter dem Horizont
  • Schau dir Fotos der Rückseite an: hell, voller Krater und ganz anders als der vertraute Mond
✕ NICHT MACHEN
  • Erwarte nicht, das Taumeln an einem einzigen Abend zu sehen - es baut sich über Wochen auf
  • Nenn die Rückseite nicht dunkel: Dort gibt es genauso viel Sonnenlicht
  • Sag nicht, dass sich der Mond nicht dreht - ohne seine Drehung würden wir ihn innerhalb eines Monats vollständig sehen

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Noch 1 Minute, und am Ende ein Quiz. Zu finden unter „Weltraum → Mond“

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Quellen

  1. Rotations- und Umlaufperioden des Mondes sowie Daten zur Libration - NASA
  2. seine Entfernung von etwa 3,8 cm pro Jahr wird per Laserentfernungsmessung bestimmt (Lunar Laser Ranging)
  3. Dicke der Kruste auf der Rückseite - GRAIL-Mission