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Warum Kaffee einst verboten wurde

Miqo-Redaktion · 2 Quellen

Was in Kaffeehäusern geschah

Im 17. Jahrhundert hatten sich Kaffeehäuser im Nahen Osten und in Europa verbreitet und wurden schnell zu Orten, an denen Nachrichten ausgetauscht wurden. Dort las man die neuesten Nachrichtenblätter laut vor, diskutierte, schloss Geschäfte ab und blieb länger als irgendwo sonst.

Auch die Nüchternheit spielte eine Rolle. Anders als im Wirtshaus wurde hier mit klarem Kopf diskutiert, und das konnte den ganzen Tag dauern. Wer hereinkam, zahlte wenig und durfte zuhören - der Eintritt war günstig und stand fast allen offen.

Man sagt, die Kaffeehäuser sollen geschlossen werden.

Wegen des Kaffees? Der ist doch einfach nur bitter.

Nicht wegen des Kaffees. Weil dort laut vorgelesen und diskutiert wird.

Das macht man im Wirtshaus doch auch.

Im Wirtshaus erinnert sich am Abend schon niemand mehr an irgendwas.

Der letzte Satz bringt den ganzen Vorwurf auf den Punkt. Ein Ort, an dem Menschen nüchtern blieben, lange verweilten und über die Angelegenheiten der Stadt sprachen, wirkte auf die Machthaber gefährlicher als ein Ort, an dem am Abend alle auseinandergingen, ohne sich an das Gespräch zu erinnern.

Wie die Verbote endeten

Wie lange solche Verbote normalerweise hielten, bevor sie aufgehoben oder nicht mehr durchgesetzt wurden

Fast jeder Versuch, Kaffeehäuser zu schließen, scheiterte innerhalb weniger Wochen oder Monate. Es gab zu viele Lokale, die Einnahmen für die Staatskasse waren zu offensichtlich, und der Unmut war zu deutlich.

Meist endete alles mit einem Kompromiss. Statt eines Verbots führte man Lizenzen, Steuern und die Verpflichtung des Wirts ein, für das verantwortlich zu sein, was unter seinem Dach gesagt wurde - Kontrolle erwies sich als bequemer als eine Schließung.

Mit religiösen Streitfragen über die Zulässigkeit des Getränks hatte das fast nichts zu tun. Theologische Diskussionen gab es zwar, doch sie fielen meist zugunsten des Kaffees aus, während die Kaffeehäuser aus rein weltlichen Gründen geschlossen wurden.

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Warum wurden Kaffeehäuser verboten?

Quellen

  1. Versuche, Kaffeehäuser im Osmanischen Reich und im Europa des 17. Jahrhunderts zu schließen, hingen vor allem mit ihrer Rolle als Orte der öffentlichen Diskussion über Nachrichten und Politik zusammen
  2. solche Verbote waren kurzlebig und wurden durch Lizenz- und Steuersysteme ersetzt

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