Warum gerade diese Tiere
Das Beispiel des Schakals erklärt die Logik am besten. Schakale gruben tatsächlich flache Gräber auf; einen Schakal zum Wächter eines Friedhofs zu machen, war eine Möglichkeit, eine Bedrohung in Schutz zu verwandeln - ein Brauch, der in vielen Kulturen bekannt ist.
Wichtig ist auch, dass die Gestalt nicht festgelegt war. Dieselbe Gottheit wurde je nach Epoche, Ort und Zweck der Darstellung einmal als vollständiges Tier, einmal als Mensch mit Tierkopf und einmal vollständig menschlich dargestellt.
So kannst du es lesen
Eine ägyptische Darstellung ist eher Schrift als Malerei. Der Kopf, die Kopfbedeckung, der Gegenstand in den Händen und die Hautfarbe tragen jeweils eine Bedeutung und machen die Figur erkennbar. Das Bild wurde gelesen, nicht einfach betrachtet.
Deshalb sehen die Figuren aus der Sicht der europäischen Malerei auch „falsch“ aus. Die Schultern sind gedreht, der Kopf ist im Profil, das Auge frontal - gezeigt wird nicht der Blick von einem einzigen Punkt aus, sondern die am besten erkennbare Ansicht jedes Teils.
Daraus folgt auch Vorsicht bei der Deutung. Die Bedeutung von Details veränderte sich über dreitausend Jahre hinweg, und was für eine Epoche stimmt, kann für eine andere falsch sein - die zeitliche Distanz zwischen ihnen ist größer als die zwischen uns und dem antiken Rom.
Außerdem sollte man die Tiere selbst gesondert betrachten. Sie galten nicht als Götter: Verehrt wurde nicht eine bestimmte Katze oder ein bestimmter Ibis, sondern das, wofür das Tier stand - obwohl Tiermumien in enormen Mengen hergestellt wurden.
Lies den Rest in der Miqo-App
Noch 1 Minute, und am Ende ein Quiz. Zu finden unter „Mythologie → Ägyptische Mythen“
Richte die Handykamera hierauf, um den App Store oder Google Play zu öffnen.
Quellen
- Mischdarstellungen von Gottheiten nutzten in der altägyptischen Tradition die Gestalt eines Tieres zur Kennzeichnung ihrer Funktion
- das Aussehen derselben Gottheit variierte je nach Epoche und Kontext. Die ägyptische Kunst beruhte darauf, die am besten erkennbaren Ansichten der einzelnen Figurenteile zu zeigen, statt einen einzigen Blickwinkel zu verwenden