Der Weg von der Wolke zum Stern
Eine kalte Wolke. Dünnes Gas und Staub mit einer Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt. Von selbst ist die Wolke stabil.
Ein Anstoß. Eine Schockwelle von einer nahen Explosion oder der Zusammenstoß von Wolken bringt das Gleichgewicht aus dem Lot, und die Verdichtung beginnt.
Das Zentrum wird heißer. Materie fällt nach innen, Druck und Temperatur steigen. Der Keim eines zukünftigen Sterns entsteht.
Die Reaktionen beginnen. Bei mehreren Millionen Grad beginnt die Kernfusion, und der Druck von innen stoppt die Verdichtung.
Der zweite Schritt erklärt, warum Sterne nicht gleichmäßig entstehen. Eine Wolke kann Millionen Jahre lang unverändert bleiben, bis ein äußerer Anstoß den Prozess in Gang setzt. Oft ist das die Explosion eines nahen Sterns: Der Tod des einen löst die Geburt anderer aus.
Der vierte Schritt ist der Moment, in dem sich ein Gleichgewicht einstellt und der Stern den größten Teil seines Lebens verbringt. Die Schwerkraft zieht nach innen, während der Druck der heißen Materie nach außen drückt, und solange Brennstoff vorhanden ist, halten sich diese Kräfte die Waage.
Die Masse entscheidet alles
Reicht die Masse nicht aus, beginnen die Reaktionen überhaupt nicht: Es entsteht ein lichtschwaches Objekt, das langsam abkühlt. Solche gescheiterten Sterne gibt es in großer Zahl, man nennt sie Braune Zwerge.
Die Masse bestimmt auch die Lebensdauer eines Sterns - entgegen der Intuition: Je massereicher der Stern, desto schneller verbraucht er seinen Brennstoff. Die massereichsten Sterne leben Millionen Jahre, kleine dagegen Hunderte Milliarden Jahre - länger, als das Universum bisher alt ist.
Sterne entstehen fast immer in Gruppen: Eine einzige Wolke bringt auf einmal Dutzende oder Hunderte hervor. Mit der Zeit löst sich der Sternhaufen auf, und die gleichaltrigen Sterne verteilen sich über die Galaxie und verlieren den Kontakt zueinander.
Eine Entstehung von Anfang bis Ende zu beobachten, ist unmöglich: Der Prozess dauert Hunderttausende Jahre. Stattdessen finden Forschende viele Wolken und stellare Keime in unterschiedlichen Stadien und ordnen sie zu einer Abfolge - wie Einzelbilder in einem Film.
Hilfreich ist auch, dass Staub in den Wolken sichtbares Licht blockiert, Infrarotlicht aber durchlässt. Beobachtungen in diesem Bereich ermöglichen den Blick in eine undurchsichtige Wolke und zeigen, was sich darin bildet.
Was setzt die Geburt eines Sterns in Gang?
Was bestimmt das Schicksal eines Sterns?
Quellen
- Sterne entstehen durch den gravitativen Kollaps kalter Molekülwolken, der meist durch eine äußere Störung ausgelöst wird
- für den Start der Kernfusion ist eine Masse von mindestens etwa acht Hundertsteln der Sonnenmasse erforderlich, und die Lebensdauer eines Sterns nimmt mit zunehmender Masse ab
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