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Was sichere Bindung ist

Miqo-Redaktion · 2 Quellen

Was Bindung sicher macht

Ende der 1960er entwickelte Mary Ainsworth eine 20-minütige Untersuchung: Ein einjähriges Kind kommt mit seiner Mutter in einen unbekannten Raum mit Spielzeug, die Mutter geht kurz hinaus und kommt dann zurück. Entscheidend war nicht, wie sehr das Kind bei der Trennung leidet. Entscheidend war, was in den ersten Minuten nach ihrer Rückkehr passiert.

Ein sicher gebundenes Kind geht auf die Mutter zu, beruhigt sich in 1-2 Minuten und kehrt zum Spielzeug zurück. Darauf beruht alles: Neugier auf die Welt wächst daraus, dass es einen Ort zum Zurückkehren gibt. Ein Kind entfernt sich nicht trotz der Bindung weiter von einer erwachsenen Person, sondern wegen ihr. In üblichen Stichproben zeigt sich dieser Typ bei etwa 6 von 10 Kindern.

So viele Kinder werden in üblichen Stichproben etwa dem sicheren Typ zugeordnet

Der Unterschied zeigt sich beim Wiedersehen, nicht bei der Trennung

Die anderen Muster sind kein Defekt des Kindes, sondern ein Schluss, den es schon darüber gezogen hat, was es von Erwachsenen erwarten kann. Jedes ist auf seine Weise logisch und zeigt sich in denselben wenigen Minuten des Wiedersehens.

Sicherheit entsteht durch Reparaturen

In den 1970ern filmte Edward Tronick ein anderes Experiment: Eine Mutter spielt mit ihrem Baby und erstarrt dann auf ein Signal hin mit unbewegtem Gesicht. Das Baby lächelt, gluckst, rudert mit den Armen - es versucht, den Kontakt wiederherzustellen -, und wenn das nicht gelingt, wendet es sich ab und wird matt. Doch der Hintergrund dieses Experiments ist noch interessanter: Beim normalen Spielen sind Mutter und Baby die meiste Zeit, etwa zwei Drittel, nicht aufeinander abgestimmt. Der Unterschied zwischen Paaren liegt nicht in der Zahl der Brüche, sondern darin, ob sie sie in Sekunden reparieren.

Repariert wird vor allem über den Körper. Die erwachsene Person nimmt das Kind auf den Arm, und ihre Rhythmen passen sich an: Atmung, Puls, Stimme. Ein Kind kann sich noch nicht selbst aus Panik holen und leiht sich die Ruhe eines anderen - deshalb wirkt nicht, was die erwachsene Person sagt, sondern wie wenig sie selbst angespannt ist. Eine Einschränkung solltest du im Kopf behalten: Bindungsmuster im Säuglingsalter sagen das Erwachsenenleben deutlich schwächer voraus, als populäre Texte versprechen, und sie verändern sich mit den Beziehungen, in denen ein Mensch später lebt.

4s einatmen6s ausatmen

Der Rhythmus, den eine erwachsene Person leiht: länger aus- als einatmen

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Quellen

  1. Die Prozedur „Fremde Situation“ - Mary Ainsworth, Ende der 1960er
  2. die Kategorie „desorganisiert“ ergänzten Mary Main und Judith Solomon in den 1980ern. Das Still-Face-Experiment - Edward Tronick, 1970er. Die Anteile der Typen beruhen auf Meta-Analysen von Normstichproben