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Wie DNA-Analysen Ermittlungen verändert haben

Miqo-Redaktion · 2 Quellen

Wie sich die Methode entwickelte

  1. 1980er-JahreDie Methode wird erstmals bei Ermittlungen eingesetzt: Sie überführt Schuldige und entlastet Unschuldige.
  2. 1990er-JahreNationale Datenbanken mit DNA-Profilen entstehen, sodass Profile landesweit verglichen werden können.
  3. 2000er-JahreDie Empfindlichkeit steigt: Ein Profil lässt sich nun durch eine Berührung gewinnen und nicht mehr nur aus einem Fleck.
  4. 2018Ein Fall wird mithilfe offener Genealogie-Datenbanken aufgeklärt: Die Übereinstimmung findet sich nicht mit dem Täter, sondern mit dessen entfernten Verwandten.

Der letzte Punkt veränderte den Umgang mit ungelösten Fällen. Früher bedeutete das Fehlen eines Profils in der Datenbank eine Sackgasse. Nun reicht es, in einer offenen Datenbank einen entfernten Verwandten zu finden und von dort aus den Stammbaum zu erstellen, bis nur noch wenige Personen infrage kommen.

Dieselbe Möglichkeit löste eine Debatte über die Privatsphäre aus. Menschen luden ihre Daten hoch, um nach Vorfahren zu suchen, und nicht, um bei Ermittlungen zu helfen, und hatten einer solchen Nutzung meist nicht zugestimmt. Die Zugangsregeln wurden seither verschärft.

Die Kehrseite

HunderteUrteile aufgehoben
70%davon wegen falscher Identifizierung
Jahretypische Haftzeit bis zur Überprüfung

Die zweite Kachel enthält die wichtigste Erkenntnis. Nicht gefälschte Beweise und nicht böse Absicht, sondern die gewöhnliche Identifizierung durch Augenzeugen erwies sich als häufigste Ursache von Fehlurteilen. Dabei waren die Zeugen meist sehr sicher.

Auch die Methode selbst hat Schwachstellen. Je höher die Empfindlichkeit, desto leichter lässt sich das Profil einer Person gewinnen, die einen Gegenstand zuvor lediglich in der Hand hatte oder deren Spur am Tatort übertragen wurde. Es sind Fälle bekannt, in denen dies die Ermittlungen weit in die falsche Richtung lenkte.

Daraus ergibt sich ein wichtiger Unterschied: Die Analyse beantwortet die Frage, von wem die Spur stammt, nicht aber, wie sie dorthin gelangt ist. Die zweite Frage klärt die eigentliche Ermittlungsarbeit, und beides darf nicht miteinander verwechselt werden.

Auch die Aufbewahrung von Beweismitteln wird inzwischen anders gehandhabt. Da ein alter Fall auch nach zwanzig Jahren aufgeklärt werden kann, werden Beweise heute länger und sorgfältiger aufbewahrt, und in vielen Ländern wurden für schwere Straftaten verpflichtende Aufbewahrungsfristen eingeführt.

Eine weitere Schwierigkeit ist hinzugekommen: Alte Beweismittel wurden häufig ohne die heutigen Vorsichtsmaßnahmen aufbewahrt. Deshalb wurden einige archivierte Materialien verunreinigt und für moderne Analysen unbrauchbar.

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Quellen

  1. Die Überprüfung von Urteilen mithilfe genetischer Analysen zeigte, dass sich die meisten Fehlurteile auf eine falsche Identifizierung durch Augenzeugen stützten
  2. die höhere Empfindlichkeit der Methoden erhöhte das Risiko einer Übertragung und Verunreinigung von Spuren