Wie man ein Schiff schon auf der Helling versenkt
Die Stabilität eines Schiffs beruht auf einem einfachen Verhältnis: Wo liegt sein Gewicht, und wo wirkt der Auftrieb des Wassers? Je tiefer der Schwerpunkt liegt, desto leichter richtet sich ein Schiff nach einer Schlagseite wieder auf. Bei der „Vasa“ wurde das Gewicht nach oben verlagert: zwei Geschützdecks statt eines, mehr als sechzig Kanonen und ein hohes Heck mit Hunderten geschnitzten Figuren. Unten brachte man so viel Ballast ein, wie in den engen Laderaum passte: Mehr Steine fanden dort einfach keinen Platz.
Das geschah nicht aus Dummheit. Schweden war im Krieg, der König wollte das stärkste Schiff der Ostsee, und die Maße wurden während des Baus laufend verändert. Baupläne im heutigen Sinn gab es nicht: Der Rumpf wurde nach Erfahrung und Proportionen gebaut, und die Werft hatte keine Erfahrung mit einem Schiff mit zwei Geschützdecks. Der leitende Schiffbauer Henrik Hybertsson starb ein Jahr vor dem Stapellauf - die „Vasa“ wurde von jemand anderem nach den Schätzungen seines Vorgängers fertiggestellt.
Der Test, den man abbrach
Das Schiff wurde schließlich doch getestet. Vizeadmiral Klas Fleming ließ dreißig Männer an Deck antreten und befahl ihnen, von einer Seite zur anderen zu laufen: So brachte man das Schiff zum Schaukeln, um zu sehen, wie schnell es sich wieder aufrichtete. Die „Vasa“ reagierte auf jeden Lauf mit einer immer größeren Schlagseite.
Dreißig Männer an Deck. Der einzige im 17. Jahrhundert verfügbare Stabilitätstest: Man konnte sie nicht berechnen.
Von einer Seite zur anderen laufen. Das Schiff von Hand zum Schaukeln bringen und sehen, ob es sich bereitwillig wieder aufrichtet.
Nach dem dritten Mal abbrechen. Die Ausschläge wurden zu schnell größer. Der Versuch wurde abgebrochen - doch die Abfahrt wurde nicht abgesagt und kein Ballast hinzugefügt.
Eine Absage war kaum möglich: Der König wartete auf das Schiff und drängte in Briefen aus dem Krieg in Preußen darauf, während zusätzlicher Ballast die unteren Geschützpforten bis direkt an die Wasserlinie abgesenkt hätte. Am Tag der Abfahrt war der Wind schwach: Hinter dem Kap fiel eine Bö von den Hügeln auf die „Vasa“, das Schiff krängte, und Wasser strömte durch die für einen Salut geöffneten Geschützpforten. Innerhalb weniger Minuten lag es auf dem Grund. Etwa dreißig Menschen starben; die Untersuchung fand niemanden, der schuld war.
Warum du diesen Fehler heute anfassen kannst
Die Ostsee ist nur leicht salzig, und dort lebt der Schiffsbohrwurm nicht, der Holz in warmen Meeren auffrisst. Die „Vasa“ lag 333 Jahre auf dem Meeresgrund und wurde 1961 fast unversehrt geborgen - das einzige vollständig erhaltene Schiff aus dem 17. Jahrhundert.
des Museumsschiffs ist originales Holz aus dem 17. Jahrhundert
An Land wurde der Rumpf vermessen, und man stellte fest, dass er asymmetrisch war: Die linke Seite war dicker als die rechte. Unter den geborgenen Werkzeugen fanden sich Lineale unterschiedlicher Länge - der schwedische Fuß war in zwölf Zoll geteilt, der Amsterdamer in elf. Die Zimmerleute arbeiteten Seite an Seite, jeder nach seinem eigenen Maß, und niemand führte die Maße zusammen.
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Quellen
- Das Vasamuseum in Stockholm und die Vermessungen des Rumpfs durch seine Forschenden: asymmetrische Seiten und Lineale mit unterschiedlichen Fußmaßen. Untergang - 10. August 1628, Bergung - 1961
- die Zahl der Todesopfer wird auf etwa dreißig Menschen geschätzt