Zwei verschiedene Figuren
Clever, spielt mit den Ermittlern und hinterlässt Zeichen. Er wird anhand eines feinen psychologischen Profils identifiziert
Unauffällig, handelt zufällig und schlampig. Er wird anhand von Unterlagen, Zeugen und routinemäßigen Kontrollen gefunden
Der Unterschied entsteht durch die Anforderungen des Genres. Eine Geschichte braucht einen ebenbürtigen Gegner, sonst gibt es keine Spannung. Echte Fälle funktionieren anders: Es gibt keinen großen Plan, sondern wiederkehrendes Verhalten, und die Aufklärung bedeutet monatelange, eintönige Aktenarbeit.
Das führt auch in die andere Richtung zu einer Verzerrung. Durch Filme wirkt es, als seien solche Verbrechen häufig und würden unter uns versteckte Genies herumlaufen. Ihr Anteil an der Gesamtkriminalität ist winzig, doch die Kultur schenkt ihnen unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit.
Was am Profil nicht stimmt
Das bedeutet nicht, dass psychologische Analysen völlig nutzlos sind. Sie helfen, den Kreis einzugrenzen und Prioritäten festzulegen, besonders wenn es viele Fälle gibt. Aber sie weisen nicht auf eine bestimmte Person hin - im Film tun sie genau das, oft bis zur letzten Folge.
Warum der Mythos bequem ist
Ein genialer Bösewicht erklärt etwas Beängstigendes auf eine beruhigende Weise: Wenn der Täter außergewöhnlich ist, sind normale Menschen zu solchen Taten nicht fähig. Viel unangenehmer ist es, anzuerkennen, dass dahinter meistens ein unauffälliger Mensch mit einer ganz gewöhnlichen Biografie steckt.
Dieses Bild richtet auch praktischen Schaden an. Solange du dir einen außergewöhnlichen Menschen vorstellst, passt ein gewöhnlicher Verdächtiger nicht dazu - und das erschwert sowohl die Ermittlungen als auch Zeugenaussagen. Menschen melden einen seltsamen Nachbarn jahrelang nicht, gerade weil er ganz gewöhnlich aussieht.
Wie werden solche Täter meistens gefunden?
Was ist über die Einteilung in organisierte und unorganisierte Täter bekannt?
Quellen
- Die Einteilung in organisierte und unorganisierte Täter wurde in den 1980er-Jahren von Mitarbeitern des FBI vorgeschlagen und beruhte auf Interviews mit einer kleinen Zahl verurteilter Täter
- spätere Überprüfungen bestätigten sie nicht
Weiter in der Reihe „Serienmörder und Profiling“
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