Was genau bekannt ist
Das Pergament wurde per Radiokarbonmethode auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts datiert, und die Tinte passt in diese Zeit. Das Buch ist also tatsächlich alt, und die Annahme einer späteren Fälschung zum Verkauf scheidet aus.
- 15. Jh.Die Datierung ordnet das Pergament der ersten Hälfte des Jahrhunderts zu.
- 17. Jh.Es gibt einen Briefwechsel darüber: Schon damals versuchte man, sie zu lesen, und scheiterte.
- 1912Ein Antiquar kauft die Handschrift in Italien, und sie erhält seinen Namen.
- HeuteSie wird in einer Universitätsbibliothek aufbewahrt, ist eingescannt und für alle zugänglich.
Der Inhalt wird anhand der Zeichnungen in Abschnitte unterteilt: Pflanzen, astronomische Kreise, Badeszenen mit Figuren und Seiten, die wie Rezepte aussehen. Keine Pflanze konnte sicher einer echten Art zugeordnet werden.
Warum sie niemand lesen kann
Der Text verhält sich seltsam. In einigen statistischen Merkmalen ähnelt er einer natürlichen Sprache: Wörter wiederholen sich nach ähnlichen Mustern wie in gewöhnlichen Texten. In anderen Merkmalen ähnelt er jedoch nichts Bekanntem.
So gut wie nie wird ein Wort mit genau einem Wort dazwischen wiederholt, und es gibt nur sehr wenige Korrekturen: Die schreibende Person hat sich kein einziges Mal vertan. Manche Wörter kommen nur in einem Abschnitt vor, andere dreimal hintereinander - etwas, das in Sprachen so gut wie nie vorkommt.
Die Handschrift wurde bereits mehrmals entziffert.
Behauptungen über eine Lösung tauchen regelmäßig, beinahe jedes Jahr, auf. Keine hat einer Überprüfung standgehalten: Die vorgeschlagene Lesart funktioniert meist bei einigen Zeilen und bricht am restlichen Text zusammen.
Auch die Theorie, dass es sich um eine zum Verkauf hergestellte sinnlose Zeichenfolge handelt, hält sich. Ihre Schwachstelle ist dieselbe: Die Statistik des Textes ist einer Sprache zu ähnlich, und eine solche Fälschung im 15. Jahrhundert herzustellen, wäre nicht einfach gewesen.
Auch maschinelle Methoden wurden ausprobiert. Programme finden eine sprachähnliche Struktur, sind sich aber nicht einig, welcher Sprache sie ähnelt, und die Ergebnisse hängen stark von den anfänglichen Annahmen der Forschenden ab.
Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass es nur diesen einen Text gibt. Zum Entziffern braucht man normalerweise ein zweites Dokument mit demselben Inhalt in einer bekannten Sprache - hier gibt es nichts zum Vergleichen.
Was ist über die Handschrift sicher bekannt?
Warum werden Entzifferungsbehauptungen nicht akzeptiert?
Quellen
- Die Radiokarbondatierung des Pergaments ordnet es dem Beginn des 15. Jahrhunderts zu
- die statistischen Eigenschaften des Textes ähneln teilweise einer natürlichen Sprache, doch keine vorgeschlagene Entzifferung wurde von Fachleuten anerkannt
Weiter in der Reihe „Geheimnisse und Rätsel“
2 Artikel vollständig auf der Website, noch 3 in der App
